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Vom großen Kotzen

Aktualisiert: 23. Okt. 2023

„Das war jetzt Kotzen, Mama, gell?“, fragte meine Tochter einmal. Da war sie gerade vier. Tapfer stand sie vor unserer Kloschüssel, die Ärmchen steif auf dem Klobrillenrand abgestützt.

Podcast-Cover bunt getupft "Mama-Mut to go" mit Foto der Autorin
Zu diesem Thema erspare ich dir Bilder. Podcast-Cover dient in diesem Fall als Platzhalter

„Ja, mein Schatz, das kann man wohl so sagen. Das war jetzt gekotzt,“ antwortete ich voll der Bewunderung für meinen kleinen Schatz, der sich diesem schlimmen Zustand der Übelkeit so tapfer ergab.


"Echt ey, ich kotz!"


Wir sprechen eigentlich von „spucken“. Manchmal auch von „brechen“ oder „sich übergeben“. Oft von Kotzen, wobei ich das „Ich muss kotzen“ eher im übertragenen Sinne einsetze. Zum Beispiel schreibe ich meiner Freundin: „Echt ey, ich kotz!“, wenn alle Familienmitglieder um mich herum mal wieder kotzen. Ich bin meist die, die in der Kotze kniet, Betten frisch bezieht und kleine Kotzbröckchen aus den Haaren wäscht. Sehr selten muss ich auch kotzen, wenn die Kinder kotzen. Eigentlich nie. Aber das würde ich hier nie laut sagen, denn bekanntlich kann man auf solch großspurige Aussprüche hin kaum bis drei zählen, da beginnt es von unten im Bauch heftig zu rumoren. Meist kommt es dann erst oben raus, kurz darauf schon unten.


Die Spur der Verwüstung


So war das auch im beschriebenen Fall bei unserer Kleinsten. Da konnte ich ihr wirklich nicht widersprechen. Das war definitiv kein Spucken oder Sichübergeben. Das war Kotzen. Das große Kotzen: ein nie dagewesener Schwall, der sich über die komplette untere Etage des Stockbettes ergoss, in dem sie schlief, als die gesammelten Mahlzeiten des Tages sich einen Weg zu bahnen beschlossen, die kleine Speiseröhre hinauf in Richtung Tageslicht. Bedauerlicherweise war da nur ein Nachtlicht, was dafür sorgte, dass wir die Spur der Verwüstung nicht ahnen konnten, als wir aus dem Bett sprangen. Dass besagter Schwall sich auch über die zwei Meter Flur bis vor unser Bett ergoss, und weiter ins Bad. Wir traten hinein. Es war fürchterlich.


Nachts, barfuß und mit Augen zu


Nach zwölf Jahren Elternschaft sind mein Mann und ich recht routiniert, wenn es darum geht, nachts Betten abzuziehen, Laken auszuspülen, Maschinen anzustellen, Böden zu wischen und frische Pyjamas über Kinderköpfe zu ziehen. Ich würde sagen: Wir machen das im Schlaf. Mein Mann hält das Laken (Er ist der Größere von uns beiden!), ich brause die Bröckchen ab. Wenn wir da mal wieder so stehen, nachts, barfuß, schlaff und mit halbgeschlossenen Augen, dann denke ich an meine Freundin. Die, die getrennt erziehend ist und mit zwei Kindern alleine lebt. Wie macht sie das? Im Allgemeinen, aber insbesondere wenn auch noch ihre Kinder kotzen? Es ist mir ein Rätsel. Meine Liebe: Wenn das nächste Mal eins deiner Kinder kotzt, dann ruf mich an! Ich komm und halt dir das Laken! Ich hab da Erfahrung…


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