• madamedamm

Verhext und unsichtbar

Viele der Arbeiten, die in meinem Mama-Alltag tagtäglich anfallen, verrichte ich so selbstverständlich nebenbei, dass Mann meinen könnte, sie erledigten sich von selbst.

Manche der Arbeiten verrichte ich sogar noch auf eine vergnügte Art und Weise. Dann kann Mann schlicht nicht erkennen, dass das Arbeit ist.

„Das machst du doch gerne!“, sagt mein Mann zum Beispiel, wenn ich in den Klamottenkisten der vergangenen fünf Jahre nach passenden Strumpfhosen für die Frühjahrssaison wühle. Und da gebe ich ihm in gewisser Weise Recht.


"Frühjahr / Sommer gemischt 2016"


Ich mache das gerne, weil ich ein großer Fan bin von „Ablegen und Wiederfinden“. In der Kombination verschafft mir das Ganze ein wahres Hochgefühl. Darum pflege ich Ordnung zu halten in meinen Kisten und gebe mir Mühe beim Einsortieren. Was in den sichtbaren Kisten aber an unsichtbarer Arbeit schlummert, das wird gerne übersehen.


Die eigentliche Arbeit findet nämlich in meinem Kopf statt. Waren da nicht noch Frühjahrsschuhe im Keller für die Kleine? Oder passen sogar noch die vom Herbst? Befinden sich in der Kiste mit der wenig aussagekräftigen Beschriftung „Frühjahr / Sommer gemischt 2016“ tatsächlich T-Shirts in den Größen, die wir jetzt gerade brauchen? Wo, bitte, liegen die Matschhosen begraben? Und… Brauchen die Großen überhaupt noch welche? Diese Gedanken sind die eigentliche Arbeit. Und die macht so gar keinen Spaß. Niemandem.


Laut gedacht, halb gemacht


Auch das Im-Blick-Haben von Geburtstagen und rechtzeitige Besorgen von Geschenken ist so eine Sache. Zugegebenermaßen eine persönliche Leidenschaft von mir, aber auf der anderen Seite doch sehr wohl auch ein to-do. Oder?


Seit mir der Unterschied zwischen sichtbar und unsichtbar klar ist, plagen mein Mann und ich uns nicht mehr mit der Frage: „Wer macht was?“ Wir orientieren uns eher an der Frage: „Wer denkt woran?“ Ich möchte an dieser Stelle aber auch darauf hinweisen, dass ich mir angewöhnt habe, laut zu denken. Das wirkt hie und da ein wenig befremdlich. Auch für meinen Mann. Aber: Wenn es um die Frage geht, wie wir uns Arbeit aufteilen, funktioniert`s! Oft. Manchmal. Immer besser. Hm.

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