• madamedamm

Nur Mut zum Nein

Ich musste in einer psychotherapeutischen Praxis landen, um das mit dem „Nein“ zu kapieren. Ich saß da aus ganz anderem Grund. Aber ging nach Hause mit einem Ticket, einem lebenslänglichen Freifahrtsschein.

Güldener Zauberstab mit schwarzen Federn in Utensil
Von der wundersamen Kraft eines klaren Neins

Samstag Ausflug zum See? Ja gerne! Kassenwart im Elternbeirat? Klaro! Pitch bis Montag Früh? Schaff ich. Verabredung zum Spielen am Nachmittag? Immer!

Der Mama-Alltag geht einher mit einer Flut aus täglichen Terminen, Themen, Angeboten und auch Erwartungen. Aber was ist die Wahrheit hinter der vermeintlichen Pflicht? Und steht da hinter dem freundlichen „Ja“ nicht doch oft ein „Lieber nicht“?


Was das Nein mit meinem Bindegewebe zu tun hat


Viel zu lange quälte ich mich mit dem Nein. Sagte aus Höflichkeit zu, wählte ein zögerliches „Mal schauen“ oder eine andere abgeschwächte Form von Nein - was viel Interpretationsspielraum ließ in Richtung „Vielleicht ja doch“. Wenn ich denn mal ein Nein über die Lippen brachte, fühlte ich mich schlecht. Ich erklärte mich lang und breit, fast zur Entschuldigung für mein Nein.


Die Nein-Schwäche scheint ein ähnlich weibliches Phänomen wie die Bindegewebsschwäche. Männer leiden wohl sehr viel seltener darunter. Wir sollten uns ein Beispiel an ihnen nehmen. Denn mit einem klaren Nein zu anderen verhält es sich wie mit einem plötzlichen Okay zu Cellulite: Es lebt sich auf einen Schlag leichter!


Der gute Rat von Frau Dr. D.


„Machen sie doch einfach, was sie gerne machen. Zum Rest sagen sie nein,“ riet mir Frau Dr. D. in einer Sitzung. Wer nein sagt, lebe gesünder. Nein sagen hieße, vielleicht auch mal unhöflich zu sein. Es hieße auch ein Stück weit Egoismus. Es hieße, mehr an sich als an andere zu denken. Aber genau darum sei ein Nein so gesund!


Die Nein-Schwäche scheint wohl ein ähnlich weibliches Phänomen wie die Bindegewebsschwäche. Männer leiden sehr viel seltener unter ihr. Wir sollten uns ein Beispiel an unseren Männern nehmen. Denn mit einem klaren Nein zu anderen verhält es sich wie mit einem Okay zu Cellulite: Es lebt sich gleich viel leichter! Schließlich sage ich mit einem deutlichen N-E-I-N mit ganzem Herzen J-A zu den Dingen, die ich wirklich will. Aufdass jedes meiner Neins ein Stück weit mein seelisches Wohlbefinden stützt! Wenn schon mein Bindegewebe schwächelt…


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