• madamedamm

Mein Talent, dein Talent

„Was kann ich eigentlich?“, fragte jüngst mein Kind. Sie ist eine von Vieren, da ist also per se immer schon eine, die’s kann / besonders gut kann / schon immer konnte.

madamedamm klettert über die Mauer
Manchmal muss man ein bisschen suchen nach dem eigenen Talent

Ob es sich nun um ein Talent handelt oder um eine Fähigkeit, die nicht angeboren, sondern einfach nur lange genug geübt wurde: Die Talentkatze beißt sich in den Schwanz! Denn ist nicht viel mehr das Durchhalten oder der Wille, etwas zu üben, zu erlernen, schlussendlich zu können, die besondere Begabung als das elegant geschlagene Rad, das am Ende dabei herauskommt? Und ist das dann nicht wieder eher eine Charaktereigenschaft oder… vielleicht auch etwas Anerzogenes? Gar nicht mal naturgegeben? Kompliziert, das mit dem Talent. Auch weil ja immer die Frage bleibt: Wo beginnt's überhaupt?


Fakt ist: Jeder hat eins!


„Jeder von uns ist besonders auf seine eigene Weise. Und jeder von uns kommt mit einem Talent auf die Welt!“, sage ich sehr oft zu meinen Kindern und fühle mich dabei sehr weise. Nur muss ich selbst jedes Mal sehr lange überlegen, wenn mich einer nach meinen Stärken fragt. Auch ich gucke viel zu oft auf meine Schwächen statt zu sehen, was ich gut kann. Es hat lange gedauert, bis ich mir ein Talent zugestand. Wie viele Leute mussten mir sagen, dass ich gut schreiben kann, bis ich selbst daran glaubte?! Und zack: Schon schäme ich mich, das hier zu schreiben. Doof, oder?


„Wer sich grün macht, den fressen die Gänse!"


...sagt meine Schwester gerne in diesem Zusammenhang und meint das weder politisch, noch beruft sie sich dabei auf Goethe. Bei dem waren's auch Ziegen. Meine Schwester und ich, wir haben's beide nicht so mit den Sprichwörtern und Zitaten. Wir können sie uns schlicht nicht merken.


Aber schnell zurück zu den Stärken: Talente sind so vielfältig wie Menschen unterschiedlich. Für manche muss man genau hinsehen, um sie als solche zu erkennen. Ein großes Herz ist zum Beispiel so eine Gabe, die in der großen Talentschau gerne übersehen wird. Wie auch Einfühlungsvermögen. Großzügigkeit oder Mitgefühl. Ob nun sozial, motorisch, mathematisch oder künstlerisch: Wenn wir denn ein Talent finden, sollten wir es mit Stolz tragen und auch stolz darauf bleiben, wenn ein anderer kommt, der's womöglich besser kann. Der mag schneller rennen, höher springen, weiter eifern. Mitnichten schmälert er damit unser Talent!


„Wir können ja gar nichts!“, sagt meine Schwester oft mit Blick auf die Hobbies, die wir nie hatten, auch heute nicht. Dann lachen wir. Wenn das nicht das wunderbarste Talent ist von allen, dann weiß ich auch nicht.


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