• madamedamm

Ich liebe Listen

Um das Chaos in meinem Kopf zu sortieren, schreibe ich munter Listen. Die hängen dann neben dem Wochenplaner am Kühlschrank und erinnern gerne mal an moderne Kunstwerke.


Listen
Gut notiert ist halb erledigt

Da greife ich auf einen Erfahrungswert zurück und trickse mich selber aus: Mein Gehirn reagiert ungelogen so viel schneller auf alles in Farbe! Nur mag mein Mann meine Listen so gar nicht – schon gar nicht die bunten. Die bedeuten in seiner Wahrnehmung extra viel Arbeit. Umso bunter sie sind, desto arbeitsintensiver sind sie tatsächlich.


Wen wollte ich anrufen?


Mein Mann versteht auch nicht, dass ich Mühe in die Erstellung von Listen stecke, wo ich selbige doch besser direkt ins unmittelbare Abarbeiten investieren könnte. Wenn ich schreibe „KiTa anrufen“, fasst er sich an den Kopf. Ich komme in dem Moment, in dem ich denke: „Ich muss in der KiTa anrufen“ aber in der Regel nicht dazu, den Hörer in die Hand zu nehmen, weil gerade einer heult, der Topf überkocht oder sonst irgendeine Katastrophe droht.


Ein schnell gekritzeltes „KiTa anrufen“ ist aber nötig, sonst vergesse ich das und stehe zum Schluss mit dem Hörer in der Hand da, weil ich mir gerade noch so behalten konnte, dass ich einen Anruf tätigen will, aber nicht mehr draufkomme, bei wem.


Meine Liste, ein Affront


Manchmal versteht mein Mann meine Listen sogar als Affront. Dann wird er sauer, weil ich ihn nicht nur mit der mündlich gestellten Frage mit einem To-do konfrontiere oder meinem permanenten „Wir müssten dringend mal…“, sondern zusätzlich mit Buchstaben auf Papier. Er hat eben auch keinen Bock, samstags das Altglas wegzubringen oder sich endlich mal um das Gerümpel im Keller zu kümmern.


Wohl aus Protest klebte neulich am Kühlschrank eine Liste neben meiner Liste. Sehr krakelig und in schwarz/weiß, dafür mit wüsten Unterstreichungen und hier und da einem Ausrufezeichen in Folge. Unter anderen unleserlichen Punkten stand da direkt unter „Steuererklärung“ „Sand“. Ich bin sehr sicher, dass er damit meint, dass er neuen Sand holen will für unseren Gemeinschaftssandkasten im Hof. Hätte ich im Leben nicht gedacht, dass er das auf dem Schirm hat.


Aber viel wichtiger: Hurra! Das ist die Sprache, die ich verstehe! Der hat auch was zu tun! Der macht sich Gedanken – wie ich!

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