• madamedamm

Hilfe, es ist Mittwoch!

Es ist Mittwoch. Für die meisten Menschen ist der Mittwoch ein stinknormaler Wochentag. Ein Tag, der dem Dienstag gleicht. Und irgendwie auch dem Donnerstag.


Für Menschen, die einer geregelten Arbeit nachgehen, hat der Mittwoch selten eine besondere Bedeutung. Es ist weder ein böser Montag, der nach Arbeit riecht, noch ein freudiger Freitag, der sich vielversprechend zum Wochenende hin öffnet.

In meiner Welt ist Mittwoch der Tag der Tage. Der Tag, für den ich mich wappne. Für den ich mir an allen anderen Wochentagen ein dickes, fettes Depot an Kraft und Nerven anzulegen versuche. Mittwoch ist mein Großkampftag! Der Tag, an dem alles möglich werden muss. An dem ich über mich hinaus wachse, alle Kräfte mobilisiere. Für den ich mir am Vorabend eine Strategie zurechtlege - jede Woche eine neue.

Keine Termine und erst recht keinen sitzen


Für den Vormittag nehme ich mir mittwochs nichts vor. Keine Termine, keine Einkäufe. Schon gar keine Wäsche! Selbst Telefonate versuche ich mittwochs zu vermeiden. Denn ich brauche Ruhe. Ruhe für meine Mantren, die ich vom Frühstück an beschwörend in mich hinein summe. Gegen 12 stärke ich mich mit einer doppelten Portion Kohlenhydrate.

Dann schnalle ich mir mein Baby vor die Brust, schwinge mich mit entschlossenem Blick und großer Geste in meinen Mantel und packe meine Zweijährige fest bei der Hand. Denn heute ist Mittwoch! Und mittwochs bin ich... Super-Mom!


Ich habe vier Kinder. Ein frisch gebackenes Schulkind, ein Kindergartenkind, ein Kleinkind und einen Säugling. Aber ganz ehrlich: Bereits mit der Geburt von Kind Nummer 1 ist mein Leben zusammengeschnurrt auf sein Ur-Existenziellstes.


Seither geht es für mich um Hunger und Durst. Um Krieg und Frieden. Um Sein oder Nicht-sein. Jeder Tag ist eine Herausforderung, der ich mich mal mehr und mal weniger mutig stelle. Aber immer mit all meiner Kraft (der letzten). Mit Strategie (Aussitzen / Mitmachen / Humor) und diplomatischem Geschick (Ja oder Nein). Mit der Bereitschaft zu kreativen Problemlösungen (Was würde Mary Poppins jetzt tun? Und was meine Mutter?) und einem Mindestmaß an krimineller Energie (Bestechung / sonstige vertretbare Verstöße gegen pädagogische Grundsätze).

Und wenn jetzt einer sagt: „Sind ja nur Mädchen!“. Dann nehme ich ihn gerne mal mittwochs mit. Zum Klavierunterricht von Kind Nummer 1 und zur Strafe auch gleich noch zur Ballettstunde von Kind Nummer 2.

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