• madamedamm

Einfach mal machen

Aktualisiert: Feb 17


Ich bin eher so der ängstliche Typ. Ich weiß gerne, was auf mich zu kommt, darum plane ich mit Leidenschaft. Im Job, als Mama, fürs Leben. Ich probiere nicht gerne rum und mache ungern etwas falsch. Nur selten bitte ich um Hilfe. Ich will schlicht nicht stören. Meine Komfortzone – wenn man als Mutter überhaupt von einer sprechen kann - habe ich mir schön eingerichtet.


Was meinen Alltag mit den Kindern angeht, bastele ich lieber als dass ich spiele – mit einem Ziel vor Augen und einem Ergebnis, das man sehen kann. Manchmal will ich Sachen perfekt. Und dann wird’s schlimm. Denn wenn ich‘s perfekt will, traue ich mich zum Schluss gar nichts mehr!


Der Tiger in ihnen


Für meine Kinder wünsche ich mir, dass sie ins Blaue hineinspielen, völlig frei und unbeschwert. Dass sie Neues ausprobieren, mit Sinn und doch bitte gerne auch mal ohne Verstand. Dass sie, wenn sie selbst nicht weiterkommen, Rat bei anderen suchen. Ohne die Angst, womöglich unhöflich zu erscheinen. Dass sie einfach mal machen und gucken, was passiert. Dass sie wieder aufstehen, wenn was schiefläuft, auch wenn sich das Scheitern für sie genauso wenig gut anfühlt wie für mich. Dass sie aber auch alle Fünfe gerade sein lassen können, wenn mal was wirklich nicht gelingen will. Dass sie mutig und spontan aus dem Bauch heraus entscheiden und ihre Meinung sagen, auch wenn das heißt, dass es ungemütlich wird. Dass sie ihre Stärken erkennen und ihre Talente schätzen, auch wenn es vielleicht nicht mehr als Interessen sind.


Zwei Herzen in einer Brust


Im Alltag sind mir meine Kinder oft ein Spiegel, noch öfter aber ein Vorbild. Wenn sie einfach mal loslegen mit Schere und Papier oder mutig bis in die Baumkrone klettern.

Dann stehe ich unten und ein Teil von mir staunt. Der andere Teil von mir steht daneben und übt sich - in bewusster Fahrlässigkeit: „Wird schon gut gehen.“


Ich will meine Kinder ermutigen. Also halte ich mich zurück, wenn sie auf Bäume klettern, wo ich doch weiß, dass sie abstürzen, sich gar verletzten könnten. Ich will meinen Kindern ein Vorbild sein wie sie mir eines sind. Ein mutiges! Und jeder Tag, dem ich mich in diesem Wissen stelle, ist ein kleiner Schritt dazu. Wenn ich Glück habe, ist heute gerade so ein Tag, an dem MUTIG SEIN nur eines bedeutet: einfach nur mal die Klappe halten!


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