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Eine kleine persönliche Relativitätstheorie

Ein Kind ist kein Kind? Das ist Quatsch. Dafür erinnere ich mich viel zu gut an mein erstes Mama-Jahr! Zwei Kinder sind immer eins zu viel? Das stimmt vielleicht schon eher.


Vier Kinder auf einem Sandkasten
Ob ein Kind oder viele - Am Ende des Tages war's anstrengend


Zumindest wenn ich den Anspruch habe, immer beiden Kindern und ihren jeweiligen Bedürfnissen gleichzeitig gerecht werden zu müssen. Warum ich denke, dass das gar nicht erst unser Ziel sein sollte, dazu an anderer Stelle mehr.


„Den Spruch zu dreien habe ich gerade vergessen, aber mit vier Kindern wird vieles auf einen Schlag leichter.“


So oder so ähnlich soll ich das in einem meiner ersten Podcasts formuliert haben. Und, hm, ja, doch, in gewisser Weise würde ich das immer noch so sagen. Ich tüftele aktuell an meiner ganz persönlichen Relativitätstheorie. Sie bemisst sich an den Kinderzahlumdrehungen und erklärt, warum unser Alltag nicht erst ab einer bestimmten Kinderzahl anstrengend wird. Ich habe sie noch nicht final ausgearbeitet und sie ist auch nicht empirisch belegt. Aber durch Beobachtung und diverse Feldversuche kommen wir meiner These und ihrer semiwissenschaftlichen Belegung täglich näher.


Mein Grundannahme ist: Es gibt da ein Vakuum.


Ein Vakuum an Zeit und Liebe und Fürsorge und dem individuellen Bewusstsein für elterliche Pflicht. Und das füllen Kinder ganz intuitiv und gänzlich aus. Wenn ich ein Kind habe, füllt ein Kind dieses Vakuum aus. Wenn ich zwei Kinder habe, füllen zwei Kinder dieses Vakuum aus. Wenn ich drei habe… und so weiter.


Soll heißen: Unsere Kinder nehmen sich auf natürliche Weise alles, was wir ihnen als Eltern geben können. Alles, was wir an Kapazitäten für unsere Kinder bereithalten. Zeitlich, räumlich und auch gedanklich.


Und darum möchte ich bitte nie wieder hören: „Ach, was jammer' ich jetzt. Im Gegensatz zu dir habe ich ja nur zwei!“


Diesen Satz höre ich nahezu täglich. Ich halte ihn für den größten Käse! Es ist doch echt mal an der Zeit, dass allgemein anerkannt ist, was für eine krasse Sache es ist, Kinder zu haben. Ein Kind zu haben! Denn mit diesem einen geht der Wahnsinn los!


Das Kinderhaben wird nicht erst ab einer bestimmten Kinderzahl anstrengend. Kinderhaben, Familiesein ist und bleibt für mich das größte aller Abenteuer! Für das es viel Mut braucht. Mut, den wir alle schon bewiesen haben. Indem wir uns entscheiden haben, ein Kind zu kriegen! Ab dem Tag der Geburt müssen wir dann nochmal allen Mut zusammennehmen: zum Chaos, zur Lücke, zum eigenen Mama- bzw. Papa-Ich!

 

Aber zurück zu meiner Theorie, die durchaus auch Mut macht, wenn es darum geht, sich für ein zweites, drittes oder viertes Kind zu entscheiden:


Das Tolle an meiner Theorie ist, du kannst sie in zweierlei Hinsicht deuten und für dich nutzen. Pass‘ auf, hier kommt Teil 2: Viele Dinge relativieren sich, wenn wir Eltern werden. Mit jedem Kind relativieren sie sich ein bisschen mehr. Soll heißen: Manche Dinge werden mit steigender Kinderzahl sogar leichter! Nehmen wir zum Beispiel das Thema Schule. Dem Thema Schule kann ich als Mutter von vier Kindern nicht die Aufmerksamkeit schenken, die ich ihm als Mutter von einem Kind schenken kann. Denk‘ an das Vakuum von oben! Das teilen sich bei uns vier. In den Alltag übersetzt heißt das: Ich kann am Nachmittag schlicht nicht vier Hausaufgaben gleichzeitig betreuen. Im besten Fall kann ich es schaffen, vier Hausaufgaben daraufhin zu kontrollieren, ob sie gemacht wurden. Und vielleicht auch noch dem Kind, das sich an eben diesem Tag schwer tut, zur Seite stehen. Es gibt bei uns aber Tage, da tun sich alle schwer. Dann wird’s aus schulischer Sicht kein guter Tag für uns. Aber dann ist das so. Ich tröste mich an solchen Tagen damit: Zumindest lernen die Kinder auf diese Weise, dass Schule nicht alles ist. Und ich denke, das ist etwas, das uns bis hier hin ganz gut gelingt: Unsere Kinder definieren sich weder über ihre Schulnoten und können morgens recht entspannt zur Schule aufbrechen, auch wenn sie Mathe Arbeitsheft S.50, Aufgabe 3 a) - e) am Vortrag übersprungen haben.


Merkst du was? Wie auch unsere Kinder können wir als Eltern nicht alles schaffen, nicht alles sein, nicht allem und allen immer gerecht werden. Müssen wir aber auch gar nicht. Es ist manchmal sogar gut, wenn wir’s nicht tun. Das gilt für Mütter von einem, von zweien, von dreien wie von vieren!


Wenn du lieber hörst, findest du "Mama-Mut to go" auch bei Spotify, Apple Podcasts & überall, wo du sonst so Podcasts hörst! Hier geht's zum Mini-Podcast...

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